Herbert Schreyer wurde am 22.01.1933 als Sohn von Herbert sen. und Herta Schreyer in Graz geboren und wuchs ebendort auf. Nach dem Krieg zog die Familie in die ursprüngliche Wohnung am Grazer Opernring, die zuvor von den englischen Besatzern besetzt war und als Rundfunkstation genutzt wurde.
Nach der Matura 1952 trat er in die Fußstapfen seines Vaters und begann sein Medizinstudium in Graz, wo er 1958 an der Karl-Franzens-Universität promovierte. Anschließend begann Dr. Schreyer seine Facharztausbildung an der Grazer Radiologischen Klinik, dem ein Forschungsaufenthalt in den USA und die Habilitation folgte.
Als im Jahre 1973 gemäß dem neuen UOG erstmalig Abteilungen an der Universitätsklinik für Radiologie Graz geschaffen wurden, übernahm Univ. Prof. Herbert Schreyer die „Abteilung für Spezielle Radiologie“, die sich u.a. der „Röntgen-Angiographie“ widmen sollte, als Abteilungsleiter.
Prof. Schreyer setzte neue Maßstäbe für interdisziplinäre Kooperationsmodelle, wie z.B. auf dem Gebiet der Coronarangiografie mit der Medizinischen Universitätsklinik. Diese, anfangs diagnostischen, Eingriffe wurden an der Grazer Radiologischen Klinik initiiert und fortan für eine lange Zeit auch dort durchgeführt.
Prof. Schreyer zeigte sich neben den angiografischen und interventionellen Verfahren auch sehr aufgeschlossen für technische Innovationen in den neu aufkommenden Schnittbildverfahren und wurde einer der Mitinitiatoren für die Einführung der Computertomographie und des Ultraschalls, bei letzterem mit besonderem Fokus auf dessen interventionelle Nutzung, an der Grazer Klinik. Ein besonderer Fokus seiner Arbeit lag auf dem Gebiet der Uroradiologie, die unter seinem Wirken zu einem international bekannten Schwerpunkt der Grazer Klinik avancierte.
Mit der fachlichen Zusammenführung der diagnostischen Angiografie und den interventionell-radiologischen Verfahren, sowie mit der Computertomografie und Sonografie wurde 1994 die “Klinische Abteilung für spezielle radiologische und sonstige bildgebende Verfahren” gegründet, der Prof. Schreyer bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1998 als Klinischer Abteilungsleiter mit großem Engagement und Innovationsgeist vorstand. Darüber hinaus bekleidete er bis April 1992 seit der Emeritierung von Prof. Erich Vogler im September 1990, auch die Funktion des Klinikvorstandes der Univ. Klinik für Radiologie Graz.
Über viele Jahre war Herbert Schreyer aktiv in der wissenschaftlichen Fachgesellschaft tätig und pflegte freundschaftliche Nähe zur European Association of Radiologiy und DRG. Dabei zeichnete er als Präsident der Österreichischen Röntgengesellschaft von 1992 bis 1998 und anschließend als Past-Präsident verantwortlich für die Förderung der interventionellen Radiologie, der Einführung der Facharztprüfung und der gemeinsamen Kongresse von ÖRG und DRG und der Etablierung von radiologischen Qualitätsstandards und Orientierungshilfen für Zuweiser. Mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft würdigte die ÖRG schon früh sein immer verbindendes Wirken für die österreichische Radiologie.
Univ. Prof. Dr. Herbert Schreyer verstarb am 07.11.2025 nach einem erfüllten Leben. Er hinterlässt seine Frau Inge, seine Kinder Alexander, Claudia und Georg samt ihren Familien. Ihnen gehört unser Mitgefühl.
Die Österreichische Röntgengesellschaft wird Univ. Prof. Dr. Herbert Schreyer stets in ehrendem Gedenken behalten.
Für die Österreichische Röntgengesellschaft
Prim. Univ. Doz. Dr. Martin Uggowitzer, BA
(Präsident)
