Radiolog*innen müssen heute mehr Patient*innen in kürzerer Zeit versorgen – bei steigenden Anforderungen an diagnostische Qualität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Höhere Fallzahlen, begrenzte Flächen, komplexe Infrastruktur und Fachkräftemangel erhöhen den Druck auf MRT-Kapazitäten und Workflows.

Genau hier setzen neue MRT-Konzepte an. Nahezu heliumunabhängige Magnetarchitekturen wie DryCool und Low-Field-Systeme mit 0.55 Tesla stehen für einen Perspektivwechsel: Moderne MRT-Innovation wird nicht mehr allein über „mehr Leistung“ definiert, sondern auch über bessere Zugänglichkeit, geringere Infrastrukturhürden, effizientere Workflows, neue klinische Einsatzfelder und eine stärkere Nachhaltigkeitsperspektive.

MRT nahezu ohne Helium: DryCool als neues Magnetkonzept

Mit DryCool setzt Siemens Healthineers auf ein trockenes, versiegeltes Magnetkonzept, das den Heliumbedarf auf rund 0,7 Liter über die Lebensdauer des MRT-Systems reduziert. Der „sealed-for-life“-Magnet verringert damit die Abhängigkeit von herkömmlichen Heliumkonzepten und unterstützt zugleich eine vorteilhafte Kostenbetrachtung über den Lebenszyklus.

Für Fachanwender*innen ist DryCool Teil einer breiteren Systemarchitektur: Plattformen wie der 1.5T MAGNETOM Flow verbinden das Magnetdesign mit digitalen und KI-gestützten Workflows. So werden Untersuchungsführung, Bildrekonstruktion und Systemverfügbarkeit gemeinsam betrachtet – mit dem Ziel, diagnostische Qualität, Standardisierung und Prozesssicherheit im klinischen Alltag zu unterstützen.

Weniger Heliumabhängigkeit, mehr Systemverfügbarkeit

Ein weiterer relevanter Unterschied: Bei DryCool-basierten Systemen ist kein Quench-Rohr erforderlich. Zusätzlich trägt die AutoResponse-Funktion zu einer höheren Systemverfügbarkeit bei, indem sie auf relevante Systemzustände reagiert.

Abb.1 MAGNETOM Flow | Moderne MRT-Systeme verbinden Nachhaltigkeit, kompaktes Design und intelligente Workflows für den klinischen Alltag.

KI für effizientere Abläufe

KI-gestützte Anwendungen wie Deep Resolve unterstützen beschleunigte Bildrekonstruktionen, optimierte Workflows und eine konsistente diagnostische Aussagekraft. Ziel ist es, mehr Untersuchungen in kürzerer Zeit zu ermöglichen, den Patientendurchsatz zu erhöhen und zugleich die Patientenerfahrung zu verbessern.

Einordnung für die radiologische Praxis

Für Radiolog*innen und Radiologietechnolog*innen steht DryCool damit für eine nahezu heliumunabhängige Magnetarchitektur, die Ressourcennutzung, lebenszyklusbezogene Wirtschaftlichkeit und klinische Leistungsfähigkeit zusammenführt. Die technische Basis eines MRT-Systems wird so zunehmend Teil einer strategischen Betrachtung von Versorgungssicherheit und diagnostischem Anspruch.

Neue klinische Spielräume mit 0.55 Tesla

0.55 Tesla etabliert sich als eigenständige klinische Kategorie innerhalb der radiologischen Bildgebung. Moderne Systeme kombinieren die physikalischen Eigenschaften niedriger Feldstärken, insbesondere reduzierte Suszeptibilitätsartefake und verbesserte B1 Homogenität, mit DryCool-Technologie, KI-basierter Bildrekonstruktion und patientenzentriertem Design. Im Vergleich liefert der neue Durchmesser von 80 cm auch die Möglichkeit, Patient*innen mit höherem Body-Mass-Index zu untersuchen. Zudem zeigt sich eine nachweislich höhere Erfolgsrate bei Personen mit Klaustrophobie.

Ein weiterer zentraler Baustein ist die High-V MRI-Plattform von Siemens Healthineers. Sie kombiniert 0.55 Tesla mit digitalen Technologien wie Deep Resolve und schafft eine durchgängige Basis für radiologische Anwendungen – von MAGNETOM Free.Max und MAGNETOM Free.Star bis hin zu interventionellen Konzepten wie MAGNETOM Free.XL. Damit etabliert sich 0.55T als integraler, klinisch wirkungsvoller Bestandteil des MR-Spektrums.

Abb. 2 MAGNETOM Free.Max

Wenn niedrige Feldstärke klinische Vorteile eröffnet

Es zeigt sich bereits deutlich, dass Free.Max eine vielversprechende Zukunft für die kardiale MRT darstellt. In der kardialen Bildgebung kann 0.55T durch geringere Artefaktanfälligkeit bei Implantaten und reduzierte SAR zusätzliche Untersuchungsoptionen unterstützen. Es bestehen bereits vielversprechende Ergebnisse einer LGE- Bildqualität zu erreichen, die mit 1.5 und 3T, dem Goldstandard in der CMR, vergleichbar ist. In der interventionellen Radiologie eröffnen besserer Patientenzugang und Navigation sowie Echtzeitbildgebung neue Perspektiven für minimalinvasive Eingriffe.

Abb. 3 interventionelles MRT mit MAGNETOM Free.XL | Low Field MRT erweitert die klinischen Möglichkeiten – von Kardiologie bis Intervention

KI als Schlüssel für Qualität und Effizienz

Die Leistungsfähigkeit moderner Low-Field-Systeme entsteht aus dem Zusammenspiel von Physik und KI. Deep-Learning-basierte Rekonstruktionen wie Deep Resolve unterstützen eine hohe Bildqualität trotz niedriger Feldstärke und können Untersuchungszeiten beschleunigen. Anwendungen in Neuro, Kardiologie und Pädiatrie zeigen, wie KI das diagnostische Potenzial von 0.55T erweitert.

Mehr Zugang, wirtschaftlich planbare Use Cases

Mit DryCool-Technologie sind Low-Field-Systeme nahezu heliumunabhängig. Das eröffnet radiologischen Abteilungen zusätzliche klinische und wirtschaftliche Flexibilität – besonders für kleinere Standorte, dezentrale Versorgungsmodelle und spezialisierte Anwendungen. Im Fokus stehen ein niedrigschwelliger Zugang zu MRT-Kapazitäten, planbare Betriebsmodelle und eine gezielte Ergänzung des Portfolios.

Entscheidend ist die Einordnung im Portfolio: Low-Field MRT ist ein zusätzlicher klinischer Spielraum. Als Ergänzung zu etablierten 1,5T- und 3T-Systemen kann 0.55T Kapazitäten erweitern, spezialisierte Anwendungen unterstützen und radiologische Versorgung stärker an konkreten klinischen Fragestellungen ausrichten.

Fazit: Neue Freiheitsgrade für die MRT-Versorgung

DryCool und Low-Field MRT zeigen gemeinsam, wie sich die Magnetresonanztomographie technologisch und strategisch weiterentwickelt: hin zu nahezu heliumunabhängigen Magnetkonzepten, höherer Systemverfügbarkeit, KI-gestützten Workflows und neuen klinischen Einsatzmöglichkeiten. Für Radiolog*innen entsteht dadurch mehr Flexibilität in der Portfolio-Gestaltung – von leistungsfähigen Plattformen wie MAGNETOM Flow bis zu 0.55T-Systemen für spezialisierte Anwendungen, dezentrale Versorgung und kleinere Standorte. Entscheidend ist nicht die einzelne Technologie, sondern ihr Zusammenspiel: Sie kann dazu beitragen, MRT-Kapazitäten planbarer zu machen, diagnostische Optionen zu erweitern und patientenorientierte Versorgung wirtschaftlich nachhaltiger zu gestalten.

Mehr Informationen finden Sie auf unserer website zu MAGNETOM Flow Platform

Mehr Informationen finden Sie auf unserer website über High-V MRI

Mehr Informationen finden Sie auf unserer website über MAGNETOM Free.XL

 

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