NACHRUF AO. UNIV. PROF. DDR. ERICH SALOMONOWITZ

Nachruf

Ao. Univ. Prof. DDr. Erich Salomonowitz, MAS, MBA (WU), akademisch geprüfter Krankenhausmanager
 

Mit großer Erschütterung und Bestürzung haben wir von Erich Salomonowitz Abschied nehmen müssen, der am 25.2. plötzlich und völlig unerwartet mit 66 Jahren aus dem Leben gerissen wurde.

Erich Salomonowitz wurde am 16.6.1950 in Prag geboren und lebte seit 1955 in Wien. Die medizinische Ausbildung hat er an der Medizinischen Fakultät der Universität in Wien absolviert und hat bereits in jungen Jahren sein hohes wissenschaftliches Interesse durch einen einjährigen Aufenthalt an der kardiovaskulären und interventionellen Radiologie in Minnesota/USA bei Prof. Kurt Amplatz dokumentiert und sich 1985 habilitiert. Zahlreiche Publikationen zu interventionellen Techniken hatten ihren Ursprung in dem USA Aufenthalt.

Er war jahrelang als Facharzt und Universitätslehrer im AKH Wien tätig und hat in dieser Zeit ein fast unüberschaubares Opus an hochkarätigen Publikationen verfasst. Dabei ist der außergewöhnlich kreative Ansatz in der Bearbeitung bis dahin nicht beantworteter Forschungsfragen hervorzuheben, wobei sich sein wissenschaftlicher Schwerpunkt nach einem Aufenthalt in Boston/USA auf die MRT verlagerte.

Im Jahr 1992 wurde Erich Salomonowitz nach St. Pölten berufen und übernahm die Leitung der zentralen Röntgenabteilung, die er in wenigen Jahren zu einem modernen Institut mit Schwerpunkt MRT, Angiographie und interventionelle Radiologie weiterentwickelte. In diesem Zusammenhang sei auch sein hohes technisches und physikalisches Wissen erwähnt, das es ihm ermöglichte, selbstständig MR-Sequenzen zu programmieren und sein ausgeprägtes manuelles Geschick bei interventionellen Eingriffen in allen Körperregionen. Darüber hinaus unterstützte er viele Jahre die Kooperation mit den Kardiologen auf dem Gebiet der Bildgebung (Herz-MRT und Coronar-CT).

Obwohl das KH St. Pölten in seiner aktiven Zeit noch nicht als Universitätsklinikum geführt wurde, hat Erich Salomonowitz neben seinen vielseitigen klinischen Aktivitäten seine unglaubliche Publikationstätigkeit fortgesetzt, die in mehreren Topjournalen dokumentiert ist und den wissenschaftlichen Output mancher Abteilung übertroffen hat.

Seiner Abteilung, die zu allen Zeiten ausgezeichnet funktioniert hat, war er ein verständnisvoller und großherziger Vorstand, der in der Lage war, Verantwortung an sein Ärzteteam zu delegieren und gleichzeitig einen wissenschaftlichen und visionären Geist zu verbreiten. Dabei hat er mit seiner radiologischen Expertise eine Vielzahl von hervorragenden Radiologen ausgebildet.

Als Meilenstein muss auch die Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems (ISO 9001-2000) gewertet werden, die als Ergebnis seiner kritischen Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen Aspekten der Medizin entstanden ist, was auch in seinem Buch „Erfolgreiche Organisationsentwicklung im Krankenhaus – Mehr Personal spart Kosten (Springer Verlag 2009)“ dokumentiert ist.

Dieses grundsätzliche Interesse an verschiedenen Disziplinen hat ihn auch zur erfolgreichen Absolvierung eines Wirtschaftsstudiums (MBA an der WU und Promotion in BWL an der UMIT) geführt.
Trotz seiner hingebensvollen Beschäftigung mit der Medizin hatte Erich Salomonowitz noch Zeit seine unterschiedlichen Leidenschaften in der Freizeit auszuleben: so genoss er die schnelle Fortbewegung auf schwierig zu beherrschenden zwei- und vierrädrigen Fahrzeugen und widmete sich auch intensiv und äußerst kreativ der Musik. Legendär in diesem Zusammenhang war die Produktion von 2 CDs, auf denen er unter Verwendung von MR-Sequenzgeräuschen als groovige Rhythmusspuren „Cool Jazz“ Nummern komponierte, die er „Magnetic Drift“ nannte.

Seine unglaubliche Vielseitigkeit stellte Erich Salomonowitz unter anderem zuletzt auch in der Entwicklung einer speziellen Pflegecreme unter Beweis.
 

Unser Mitgefühl gilt in dieser Zeit seiner Familie, er war ein stets treusorgender Vater für seine beiden Töchter und die beiden Söhne. In der Summe seiner Eigenschaften war Erich Salomonowitz ein hervorragender, gleichzeitig außergewöhnlicher Charakter, der aus der Gruppe der österreichischen Radiologen herausragte und dem wir stets ein ehrenvolles Andenken bewahren werden!

 

Franz FrühwaldSebastian Globits
RadiologeKardiologe